Wissenswertes zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie grundsätzlich so früh wie möglich abschließen. Theoretisch geht das ab dem 15. Lebensjahr.
Haben Sie sich erst einmal den passenden Schutz bei gutem Gesundheitszustand gesichert, können Sie späteren Veränderungen in Bezug auf Beruf und Gesundheit gelassen entgegensehen. Für den Vertrag gilt immer der Stand der Dinge, zu dem Sie die Versicherung abgeschlossen haben.
Versicherungsbedingungen als wichtigstes Auswahlkriterium
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist sowohl eine der wichtigsten, als auch einer der komplexesten Versicherungen. Anders als beispielsweise bei der reinen Risikolebensversicherung ist nicht der Preis entscheidend, sondern die Versicherungsbedingungen.
Absolut notwendig ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Mit dieser Klausel drücken sich manch billige Versicherungen vor der Leistung, wenn der Versicherte trotz Erkrankung noch in einem anderen, minderwertigeren Beruf für einige Stunden arbeiten kann.
Gerade für junge Menschen ist eine gute Nachversicherungsoption oder Nachversicherungsgarantie über einen möglichst langen Zeitraum zudem empfehlenswerter als eine pauschal vereinbarte Dynamik. Eine Dynamik kann wachsenden Bedarf nur ungefähr, nicht aber exakt abdecken. Verändert sich die Lebenssituation, beispielsweise Einkommen oder Familienstand, sollte eine Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sein.
Risikogruppen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung und die Frage, ob überhaupt eine Versicherbarkeit gegeben ist, hängen maßgeblich vom Beruf des Versicherungsnehmers ab. Schon daraus ergibt sich ein Vorteil für diejenigen, die frühzeitig eine BU Versicherung abschließen, bevor eventuell ein gefährdeter Beruf ergriffen wurde.
| Berufsgruppe |
BU Risiko |
Beispielberufe |
| 1 |
gering |
Apotheker, Architekten, Ärzte, Diplomkaufleute, Psychologen |
| 2 |
normal |
Bürokaufleute, Sekretärinnen, Techniker, Verkäufer |
| 3 |
erhöht |
Gastwirte, KfZ Mechaniker, Krankenpfleger |
| 4 |
hoch |
Betonbauer, Künstler, Maurer, Schornsteinfeger |
Einige Versicherungen lehnen Anträge aus der höchsten Risikogruppe pauschal ab.
Die BU Rente bedarfsgerecht festlegen
Ihr Bedarf bemisst sich sinnvollerweise aus der Summe von 50 % der gesetzliche Erwerbsminderungsrente und dem zu 80 % vom letzten Nettoeinkommen fehlenden Betrag. Ihren Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente können Sie Ihrem letzten Rentenbescheid entnehmen.
Minirenten von beispielsweise 600 Euro / Monat, wie sie oft von optisch günstigen Kombiversicherungen (bspw. Kapitalversicherungen) angeboten werden, dienen bestenfalls dem Aufschub einer sozialen Bedürftigkeit und entlasten lediglich den Staat anstatt Ihnen einen Nutzen zu bringen.
Laufzeit sinnvoll wählen
Je länger die Berufsunfähigkeitsversicherung läuft, desto teurer wird sie über die Jahre. Es kann also Sinn machen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur bis zum 60. Lebensjahr laufen zu lassen. Allerdings ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit mit steigendem Alter am Höchsten. Eine solche Versorgungslücke sollten Sie also nur risikieren, wenn Sie durch eigene angesparte Mittel diese Zeit im Falle eines Falles überbrücken können.
BU Versicherung und Risikolebensversicherung kombinieren
Empfehlenswert ist häufig die Kombination aus Berufsunfähigkeitsversicherung und Risikolebensversicherung. Diese Variante ist auch die Üblichste. Der Beitrag für die Todesfallabsicherung ist dabei in der Regel deutlich niedriger, als wenn man zwei sepparate Verträge abschließen würde.
Wer keine Hinterbliebenenversorgung möchte, kann natürlich auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Todesfallschutz abschließen. Alternativ lässt sich auch einfach ein möglichst geringer Todesfallschutz vereinbaren, was effektiv kaum teurer kommen würde, als eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung. |